Gemeinde Liederbach am Taunus


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EnEV 2007 - Energieausweis


Energieeinparverordnung 2007 - die wichtigsten Änderungen und Inhalte:

Das Anforderungsniveau an Neu- und Altbauten wird nicht verändert. Nur für elektrisch gekühlte Wohnneubauten wurden höhere Primärenergieanforderungen eingeführt. Die erleichterten Anforderungen für mit Nachtspeicheröfen beheizte Neubauten wurde bis 2010 fortgeschrieben (fP 2,0 statt 3,0).
Für Nichtwohngebäude sind die Nachweise im Neubau nach DIN V 18599 zu erstellen (§ 4). Hierbei wird das Gebäude wie geplant berechnet und zusätzlich als "Referenzgebäude" berechnet. Das geplante Gebäude darf den Primärenergiebedarf eines "Referenzgebäudes" nicht überschreiten. Das Verfahren ist in Anlage 2 beschrieben, das Referenzgebäude enthält die Haustechnik nach Anlage 2 (z.B. einen Niedertemperaturkessel für die Beheizung) und wird mit der Geometrie und den U-Werten des geplanten Gebäudes berechnet. Neu eingeführt wird als Nebenanforderung H`T ein "Transmissionswärmetransferkoeffizient", der sich aus flächen- und volumenbezogenen Anteilen zusammensetzt.
Umfassend wurde die Raumkühlung für Wohngebäude geregelt. Statt eines Verbotes und einer Zulassung nur auf gesonderte Begründung, wie es verschiedene schweizer Kantone einführten, gibt es eine Zulassung der Raumkühlung für Wohngebäude mit allen bekannten elektrischen Kühltechniken. Der nachzuweisende Primärenergiebedarf kann bei elektrisch gekühlten Wohngebäuden bis zu 16,2 kWh/(m²*a) höher angesetzt werden, der Endenergiebedarf bis zu 6 kWh/(m²*a), was beim durchschnittlichen Haushalt etwa einer Erhöhung des Jahresstromverbrauchs um 10-20 % entspricht. Zur Erinnerung: Wohngebäude wurden bisher in Deutschland nicht gekühlt und lassen sich durch guten Wärme- und Sonnenschutz auch im Sommer kühl halten. Die EnEV öffnet stattdessen den "aktiven" Weg mit Erhöhung des Stromverbrauches. Ein fatales Signal in Zeiten des notwendigen Klimaschutzes.
Es wird eine Inspektion von Klimanlagen ab 12 kW Kälteleistung eingeführt. Die Frist beginnt je nach Alter der Anlage zwischen 2 und 10 Jahren nach Inkraftreten der EnEV 2008. Inspektoren benötigen ein Haustechnikstudium (genauer: siehe § 12).
Die Anforderungen an kleine Wohngebäude wurden zusammengefasst. Die Definitionen (100 m³-Regel) auf Quadratmeterbezug (Nutzfläche) umgestellt.

In § 5 wird die "Prüfung alternativer Energeiversorgungssysteme" eingeführt. Hierzu reiche "allgemeiner, fachlich begründeter Wissensstand". Eine Methodik oder ein Formular hierzu gibt es nicht.
Im Abschnitt 5 ab § 16 wird die Einführung des Energieausweises für Wohn- und Nichtwohngebäude geregelt.

Der Energieausweis wird Pflicht: Für Wohngebäude mit Baujahr vor 1965 ab dem 01.07.2008, für alle anderen Wohngebäude ab dem 01.01.2009. Für Nichtwohngebäude ab dem 01.07.2009.
Er wird erforderlich bei: Neubau, Erweiterung des Bauvolumens um merh als 50 %, vor allem aber bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie oder eines Gebäudeteils.
Bei gemischt genutzten Gebäuden muß je ein Ausweis für die Wohnnutzung und ein weiterer für die Nichtwohnnutzung erstellt werden.
Für Gebäude mit mehr als 1000 m² Nutzfläche, in denen Behörden oder sonstige Einrichtungen öffentliche Dienstleistungen für eine große Anzahl von Menschen erbringen, ist der Ausweis öffentlich auszuhängen (auch wenn sie nicht verkauft oder neuvermietet werden).
Bei Verkauf von Baudenkmälern wird kein Energieausweis benötigt.
Der Energieausweis gilt 10 Jahre, wird danach das Gebäude erneut verkauft oder eine Teilfläche in ihm vermietet, ist erst zu diesem Zeitpunkt ein neuer Ausweis zu beschaffen.
Bis zum 1. Oktober 2008 dürfen Hauseigentümer von Wohngebäuden frei wählen, ob sie sich einen Bedarfs- oder einen Verbauchsausweis ausstellen lassen.
Erst ab 01.Oktober 2008 wird der Bedarfsausweis für jene Wohngebäude zwingend, die weniger als 5 Wohnungen haben und vor 1977 errichtet wurden, wenn sie nicht mittlerweile auf den Stand der WSVO von 1977 nachgerüstet wurden.
Für Nichtwohngebäude können immer beide Ausweisarten frei gewählt werden.
Die Daten für beide Ausweisarten können durch den Eigentümer erhoben und bereitgestellt werden.
Beim Verbauchsausweis wird die Wohnfläche zur Energiekennwertbildung (kWh/m²) um 20-35 Prozent vergrößert, die Verbrauchsangaben aus 3 aufeinanderfolgenden Heizperioden werden klimabereinigt.
Die Ausweise müssen den Mustern in der EnEV (Formblätter) entsprechen. Der Ausweis besteht aus 4 Blättern plus einem Zusatzblatt auf dem Modernisierungstipps nur qualitativ beschrieben werden müssen (Stichworte). Eine Pflicht für die Quantifizierung der Einsparmöglichkeiten besteht nicht (Angaben freiwillig). Damit enthält der Bedarfsausweis keine Energieberatung, der Verbrauchsausweis ohnehin nicht.
Ausstellungsberechtigte:

Hochschulabsolventen der Fachrichtungen: Architektur, Hochbau, Technische Gebäudeausrichtung, Bauphysik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder andere Fachrichtungen mit einem Ausbildungsschwerpunkt im energiesparenden Bauen.
Handwerk/Techniker: Personen, die ein zulassungspflichtiges Bau-, Ausbau- oder anlagentechnisches Gewerbe oder für das Schornsteinfegerwesen die Voraussetzung für den Eintrag in die Handwerksrolle haben. Handwerksmeister der zulassungsfreien Gewerke, auch Personen, die berechtigt sind, aufgrund ihrer Ausbildung ein solches Handwerk ohne Meistertitel zu führen (aus der obigen Aufzählung).Staatlich anerkannte und geprüfte Techniker mit Ausbildungsschwerpunkt im energiesparenden Bauen. Diese Berufe dürfen nur Energieausweise für bestehende Wohngebäude ausstellen.Bei diesen Berufen ist eine Fortbildung gemäß den Inhalten der Anlage 11 erforderlich, wenn in Ihrer Ausbildung kein entsprechender Schwerpunkt gelegen hat.
Vor-Ort-Energieberater. Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder zur Unterzeichnung von bautechnischen Nachweisen des Wärmeschutzes oder der Energieeinsparung bei der Errichtung von Gebäuden berechtigt sind, im Rahmen der jeweiligen Nachweisberechtigung.
Eine Fortbildung gemäß Anlage 11 stellen die Lehrgänge der Architekten- und Ingenieurkammer Hessen, sowie der LG der Hessichen Energiespar-Aktion im Verbund mit verschiedenen Landesinnungen (Energieberater in der Hessichen Energiespar-Aktion), sowie der LG den Zentralverbandes des Baugewerbes zum "Gebäudeenergieberater des Handwerks", sowie der LG des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Hessen dar. Näheres und weitere Berufe siehe § 21.
Energieberater benötigen keinen Eintrag in die Liste der "dena", es besteht auch keine Gebührenpflicht. Eine offizielle Zertifizierung der Berater oder Durchnumerierung der auszustellenden Ausweise findet nicht statt. Die stete Frage: "Wer darf rechnen?", ist damit auf eine angenehme Weise geklärt. Die Qualitätsauswahl soll sich am Markt selbst regeln.Unberechtigt agierende Personen begehen eine Ordnungswidrigkeit, die Bußgeldandrohung beträgt bis zu 15.000 EUR.
Energieausweise, die vor dem Inkrafttreten der Novelle der EnEV von Gebietskörperschaften oder auf deren Veranlassung von Dritten nach einheitlichen Regeln ausgestellt worden sind, sind ab dem Datum ihrer Ausstellung für 10 Jahre gültig. Damit sind alle bisher ausgestellten "Energiepässe Hessen" (Hessisches Wirtschaftsministerium = Gebietskörperschaft) im Rahmen der 10-Jahres-Frist gültig.
Ordnungswidrig ist es u.a., einen Energieausweis nicht "zugänglich zu machen" oder auszustellen, ohne eine Berechtigung zu besitzen. Hier gilt eine Bußgeldandrohung bis 15.000 EUR.

Empfehlung:
Die hessischen Energieberater sollten allen Kunden zusätzlich eine Energieberatung, z.B. mit dem "Energiepass Hessen" anbieten, denn eine Energieberatung enthält der offizielle Energieausweis nicht. In der Liste der hesssichen Energieberater unter www.energiesparaktion.de sollte vermerkt werden: Ausstellungsberechtigter für den deutschen "Energieausweis". Und nicht vergessen: 70 % der hessischen Hauseigentümer werden nie einen Energieausweis haben, weil sie ihn als Selbstnutzer schlicht nicht brauchen. Hier ist der Energiepass Hessen die einzige und richtige Antwort.

Der offizielle Energieausweis betrifft nur einen geringen Teil der Wohngebäude

Der Energieausweis für Gebäude erfasst nur rund 20-30 % der hessischen Gebäudesubstanz, denn er wird nur bereitzuhalten sein bei

* Verkauf und
* Neuvermietung

von Wohn- und Nichtwohngebäuden. Eine Energieberatung enthält er nicht.

Genau dieses leistet aber der "Energiepass Hessen als Beratungsinstrument für den selbstnutzenden Hausbesitzer. Rund 1 Mio. von 1,3 Mio. Wohngebäuden werden in Hessen überwiegend selbstgenutzt. Diese Hauseigentümer benötigen den "Bundes-Energieausweis" nicht. Aber Sie pflegen ihre Gebäude beständig und benötigen Informationen über ihre Energiesparmöglichkeiten, um entscheiden zu können. Wie Pflege und Erneuerung mit der Energieeinsparung verbunden werden können, das sagt der "Energiepass Hessen" ganz konkret für das jeweilige Objekt.

Der "Energiepass Hessen" ist also ein Angebot für den größeren Teil der hessischen Hauseigentümer.


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