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Gemeinde Liederbach am Taunus
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Ein Park für Jedermann



Autorin Barbara Vogt stellt das wenig bekannte Siesmayersche Grün in Oberliederbach vor (24.06.2010)

Die Gartenhistorikerin würde das Areal an der Villa näher erforschen. Sicher ist, dass die Anlage trotz der China-Pläne nebenan offen für alle bleibt.
Liederbach. Der Frankfurter Palmengarten und der Park in Oberliederbach haben etwas gemeinsam: ihre Gestaltung durch den Frankfurter Landschaftsgärtner Franz Heinrich Siesmayer (1817 - 1900). 1000 Parkanlagen will Siesmayer gestaltet haben. Barbara Vogt hält rund 300 Projekte für realistisch. Diese und andere interessante Informationen aus dem Leben des wohl erfolgreichsten Landschaftsgärtners seiner Zeit präsentierte die Gartenhistorikerin bei einer Lesung im Park - und stellte dabei auch Siesmayers eher unbekanntes Projekt in Oberliederbach vor.
Die Idee zu der Freiluftveranstaltung stammt von der Liederbacher Landschaftsarchitektin Hildegunde Henrich. Bis auf die aktuelle Diskussion sei der Park immer im Hintergrund geblieben, findet sie. «Eigentlich ist es aber ein Kleinod, das den Leuten gezeigt werden müsse.»
Die Absichten der Besucher, zu der Autorenlesung zu kommen, waren unterschiedlich. Der Großteil war am Wirken Siesmayers in Liederbach interessiert. «Ich gehöre zu den Leuten, die gegen eine Bebauungsänderung sind», erklärte Elena Schneider. Mit ihrem Kommen wolle sie diese Meinung untermauern. Monika Luft findet es wichtig, dass die Bürger Veranstaltungen, die in der Gemeinde angeboten werden, auch wahrnehmen. Bis jetzt wusste die Liederbacherin nicht, dass die Anlage von dem Frankfurter Gartenkünstler erdacht wurde. Anders Jutta Erich: Sie kennt das Werk Siesmayers. Allerdings sei es nie in dieser Weise gewürdigt worden, sagte sie.
«Zeichen für die Politik»
Hildegunde Henrich möchte aber nicht nur die Bevölkerung auf den Wert des Parks aufmerksam machen. «Vielleicht ist es auch ein Zeichen für die Politik», hofft die Landschaftsarchitektin. Wenn der Park im Bewusstsein der Leute angekommen ist, sei es schwer, dort etwas zu zerstören. Bürgermeisterin Eva Söllner verwies daher erneut auf die Position der Gemeinde. «Der Park wird Liederbachpark für jedermann bleiben.» Der Teil, der für die Wirtschafts- und Handelsabteilung des chinesischen Generalkonsulats eingezäunt werde, gehöre nicht zu Siesmayers Park.
Als Autorin Barbara Vogt auf den Park in Oberliederbach aufmerksam gemacht wurde, sei ihr erster Gedanke pessimistisch gewesen, gestand die Gartenhistorikerin. «Es ist schon längst alles überbaut», dachte sie. Doch nachdem auch ihr Kollege Albrecht Schal mit ihr über die Anlage gesprochen habe, sei sie nach Liederbach gekommen, um sich den englischen Park mit Blumenparterren anzusehen. Deutlich sei die Bodenmodellierung zu erkennen, verwies die Fachfrau auf die nicht ganz ebene Fläche des Parks und ein eindeutiges Handzeichen des Frankfurter Landschaftsgärtners. «Richtig erforscht ist es noch nicht», sagte Vogt.
Allerdings hofft sie, vielleicht auf alte Pläne oder Archivaufzeichnungen zu stoßen, die mehr über den Liederbacher Siesmayer-Park preisgeben. Bekannt ist, dass die Anlage bis zum Ende der 60er Jahre in Privatbesitz des Sankt Petersburger Kaufmanns Adolf Meyer war. Erst Anfang der 70er Jahre habe sich die Gemeinde zum Kauf des Anwesens entschlossen, um den Bau eines weiteren Hochhauses zu verhindern. Ein Teil des Parks sei jedoch immer noch eingezäunt und befinde sich weiterhin in Privatbesitz, berichtete Hildegunde Henrich.

(aus der Kelkheimer Zeitung vom 01.07.2010)



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