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Gemeinde Liederbach am Taunus
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Gut behütet auf der Insel der Glückseligen (2010 Frankfurter Neue Presse)


«Wenn so ein Zeichen da ist, heißt das, wir können da immer hingehen.» Katharina deutet auf das bunte Haus mit den beiden Kindern davor, der Sonne über dem Dach und den Wolken sowie Blitzen an den Seiten. «Hier seid ihr sicher» steht unten auf dem Aufkleber, der seit gut einem Jahr auf vielen Türen von öffentlichen Gebäuden, Läden, Kindergärten und der Schule klebt.

Die Mädchen und Jungen der Kita «Bahnstraße» wissen ebenso wie Katharina genau Bescheid, was es mit dem Bild auf sich hat. Wo es hängt, «sind wir sicher», weiß Johanna. «Dann kann ich fragen, ob ich ein Taschentuch oder Pflaster haben kann», ergänzt Leo. Amelie weiß: Wer hier öffnet, hilft ihr, um zum Beispiel die Mama anzurufen. Und Gian-Luca ist überzeugt: «Hier darf ich etwas trinken oder aufs Klo gehen.»

Das Präventionsprojekt für Kinder in Liederbach ist nach seinem Start längst in vielen kleinen und großen Köpfen verankert. So wie die Steppkes der «Bahnstraße» üben auch die anderen Kitas das Verhalten an diesen sogenannten «Notinseln». Jetzt ist die Gruppe gerade bei Tierärztin Dr. Ruth Riechert zu Gast. Das Klingeln an der Tür haben alle schon einmal geübt, nun machen sie sich mit der Praxis vertraut - und vor allem mit den Tieren, auf die sie dort treffen. «Jetzt wisst ihr, wie man sich benimmt, wenn man einen Hund trifft», sagt Ruth Riechert und betont: «Ihr dürft ruhig auch Angst haben. Vor allem aber müsst ihr fragen, ob ihr ihn streicheln dürft.»

Doch nicht nur beim Tierarzt bekommen die Kinder inzwischen in der Gemeinde in kleinen und großen Notsituationen Hilfe. Gut 30 Anlaufstellen gibt es im Ort - von A wie Apotheke bis T wie Tennisclub. Natürlich ist das Rathaus so eine «Insel», ebenso wie die Liederbachhalle, die Bücherei, der Jugendtreff und natürlich viele Geschäfte. Fast der gesamte Ort ist abgedeckt, einzig in der Heidesiedlung gibt es «nur» den Elektriker Dörflinger als Teilnehmer.
Lob vom Land

Doch ganz so einfach sei es ohnehin nicht, die Stellen auszuwählen, betont Elke Vollmer vom Gemeindevorstand, die das Vorhaben vor gut 18 Monaten mit ausgearbeitet hat. So sei es schwierig, Ärzte mit aufzunehmen, die nur über dunkle Treppenhäuser zu erreichen seien. Auch Fahrschulen können nicht mitmachen - gilt doch bei Kindern die oberste Maxime, nicht in Autos mit fremden Personen einzusteigen. Und an der stark befahrenen Höchster Straße seien Anlaufstationen ebenfalls wenig sinnvoll.

Dennoch zieht Elke Vollmer gemeinsam mit Sozialreferent Walter Löhr eine positive Bilanz des Projektes - wenn auch aus einem anderen Blickwinkel: Eigentlich sei die Aktion in Liederbach nicht unbedingt notwendig. «Wir sind gut behütet, wie eine Insel der Glückseligen», findet sie. Als Präventionsprojekt habe sich die Initiative «Hier seid ihr sicher» aber bestens bewährt. Und sie fördere den Gemeinsinn, findet Elke Vollmer. Sogar ein Sonderlob vom Landespräventionsrat hat die Gemeinde Liederbach zuletzt dafür bekommen.

Neue Interessenten könnten sich jederzeit im Rathaus, Telefon (0 69) 3 00 98-40, melden, wobei Löhr genau darauf achtet, an wen die Schilder ausgegeben werden. Ein kleiner Lehrgang ist vorab notwendig, zudem werden die Orte kontrolliert.

«Wichtig ist, dass die Kinder die Menschen kennenlernen, die hinter den Türen sind», fasst Elke Vollmer zusammen. Daher rät ihnen auch Ruth Riechert, immer wieder zu üben. Und damit es auch den Größeren nicht aus dem Sinn kommt, sind die Stationen auch im Schulwegeplan verankert. wein
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© 2010 Frankfurter Neue Presse





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