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Gemeinde Liederbach am Taunus
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Fragen und Antworten zum Energieausweis


Wieso Energieausweise für bestehende Gebäude?

Die Heizkosten stellen den größten Anteil der Betriebskosten in privaten Haushalten dar. In Deutschland werden knapp ein Drittel des gesamten Primärenergieverbrauchs für die Raumheizung und Warmwasserbereitung aufgewendet. Dennoch sind den Bewohnern und Nutzern von Gebäuden der Energiebedarf und effiziente Einsparmöglichkeiten meist nur unzulänglich bekannt.
Bereits seit 1995 müssen für Neubauten Energie- und Wärmebedarfsausweise ausgestellt werden. Nach der EnEV 2007 müssen künftig auch in bestimmten Fällen für bestehende Wohngebäude Energieausweise erstellt werden.
Energieausweise ermöglichen es, die energetische Qualität von Gebäuden zu beurteilen und zu vergleichen. Somit wird Mietern und Käufern die Möglichkeit gegeben, die energetische Qualität des Gebäudes stärker in ihre Entscheidungen einfließen zu lassen. Der Energieausweis enthält auch Modernisierungsempfehlungen. Diese Empfehlungen bieten Eigentümern erste Hinweise auf wirksame energetische Verbesserungsmaßnahmen. Die Einführung des Energieausweises für bestehende Gebäude soll auch dazu beitragen, die Modernisierungsrate im Gebäudebestand zu steigern.


In welchen Fällen muss ein Energieausweis ausgestellt werden (§ 16 EnEV)?

Ein Energieausweis muss erstellt werden bei: 
- Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Leasing von Gebäuden oder Gebäudeteilen 
- bei Neubau, Modernisierung von Außenbauteilen sowie An- oder Ausbau bei Erweiterung der Nutzfläche des Gebäudes um mehr als die Hälfte, wenn im Zuge der Modernisierung eine Berechnung des Energiebedarfs des gesamten Gebäudes nach EnEV erstellt wird
Ein Energieausweis ist im Regelfall 10 Jahre gültig.
In öffentlichen Gebäuden (Rathäusern, Schulen, Krankenhäusern etc.) mit mehr als 1000 m² Nutzfläche und regelmäßigem Publikumsverkehr muss ein Energieausweis ausgehängt werden.
Dagegen braucht kein Energieausweis erstellt werden für: 
- Gebäude, bei denen keine Änderungen am Gebäude und kein Nutzerwechsel stattfindet 
- Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche 
- denkmalgeschützte Gebäude


Ab wann ist ein Energieausweis erforderlich (§ 29 EnEV)?

Für Neubauten und wesentliche Umbauten ist ein Energiebedarfsausweis heute schon Pflicht.
Die nach vorherigen Fassungen der EnEV ab 2002 ausgestellten Energieausweise oder die nach der bis 2002 gültigen Wärmeschutzverordnung (§ 12) ausgestellten Wärmebedarfsausweise sind 10 Jahre ab dem Tag der Ausstellung gültig.
Bei Verkauf oder Vermietung von Wohngebäuden ist
- ab dem 1. Juli 2008 für Wohngebäude, die bis 1965 fertig gestellt worden sind und 
- ab dem 01. Januar 2009 für alle übrigen Wohngebäude
ein Energieausweis Pflicht und Interessenten zugänglich zu machen.

Ab dem 01. Juli 2009 müssen auch für Nichtwohngebäude im Verkaufs- oder Vermietungsfall Energieausweise ausgestellt werden. Ab dann müssen in öffentlichen Gebäuden mit mehr als 1.000 Quadratmeter Nutzfläche und regelmäßigem Publikumsverkehr auch Energieausweise gut sichtbar ausgehängt werden.


Wer darf einen Energieausweis für bestehende Gebäude ausstellen?

In der EnEV 2007 wurden für die Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Wohngebäude bundeseinheitliche Regelungen getroffen. Die Aussteller reichen von Absolventen von Hoch- und Fachhochschulen mit baunahem Studium, Personen mit zulassungspflichtigem Handwerk im Bau- Ausbau- oder anlagentechnischem Gewerbe, Schornsteinfegern, staatlich anerkannten oder geprüften Technikern, Energieberatern mit BAFA-Zulassung, Energieberatern im Handwerk bis zu ausgebildeten Personen im Baustofffachhandel. Anerkannt sind auch Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder zur Unterzeichnung von bautechnischen Nachweisen des Wärmeschutzes berechtigt sind; dies sind in Hessen die Nachweisberechtigte für Wärmeschutz nach der hessischen Nachweisberechtigten-Verordnung. Zum Teil ist neben der Eingangsqualifikation eine erfolgreiche Fortbildung für die Ausstellungsberechtigung erforderlich. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Ausstellern von Energiebedarfs- und -verbrauchsausweisen.

Die Ausstellungsberechtigten werden nicht ausdrücklich anerkannt und in keiner abschließenden Liste geführt. Die Frage "Wer darf einen Energieausweis für bestehende Gebäude ausstellen?" regelt somit allein § 21 EnEV i. V. m. Anlage 11. Die Ausstellerin oder der Aussteller muss somit selbst prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Wer einen Energieausweis ausstellt und dazu nicht berechtigt ist, handelt ordnungswidrig und kann gemäß § 27 EnEV mit einem Bußgeld bestraft werden.


Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis (§ 17 EnEV)?

Der am Bedarf ausgerichtete Energieausweis liefert Mietern und Käufern von Wohnungen und Gebäuden Informationen über den energetischen Gebäudezustand, den voraussichtlichen Energieverbrauch für Heizungs- und Warmwasserbereitung sowie Hinweise für energetische Modernisierungsmaßnahmen. Der Verbrauchsausweis zeigt dagegen nur den witterungsbereinigten Energieverbrauch des Gebäudes bzw. der Wohnung an.
Gemäß § 17 EnEV dürfen bis zum 1. Oktober 2008 Hauseigentümer von Wohngebäuden frei wählen, ob sie sich einen Bedarfs- oder einen Verbrauchsausweis ausstellen lassen.
Erst ab dem 1. Oktober 2008 sind für Wohngebäude, 
- mit weniger als fünf Wohnungen und 
- für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt worden ist,
ein Energieausweis auf der Grundlage des Energiebedarfs auszustellen. Dies gilt nicht, wenn das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 bereits erfüllt ist. Für Nichtwohngebäude können immer beide Ausweisarten frei gewählt werden.
Die Daten für beide Ausweisarten können durch den Eigentümer erhoben und bereitgestellt werden.
Die Ausweise müssen den Mustern in der EnEV (Formblätter) entsprechen. Der Ausweis besteht aus 4 Blättern plus einem Zusatzblatt, auf dem in der Regel Modernisierungstipps qualitativ beschrieben werden.. Eine Pflicht für die Quantifizierung der Einsparmöglichkeiten besteht nicht. Damit bleiben die Modernisierungsempfehlungen sehr allgemein. Wer sich über konkrete Energieeinsparpotenziale informieren möchte, muss andere Instrumente nutzen.


Reicht der Energiepass Hessen der Hessischen Energiespar-Aktion oder ist ein Energieausweis nach EnEV erforderlich?

Vor Inkrafttreten der neuen EnEV 2007 ausgestellte Energieausweise/Energiepässe, die von Gebietskörperschaften oder auf deren Veranlassung nach einheitlichen Regeln ausgestellt wurden, wie der Energiepass Hessen der Hessischen Energieeinspar-Aktion, bleiben zehn Jahre ab dem Ausstellungsdatum gültig. Energiepässe Hessen der Hessischen Energiespar-Aktion wurden ab 2001 ausgestellt.

Energiepässe Hessen der Hessischen Energiespar-Aktion, die vor dem 1. Oktober 2007 ausgestellt werden oder wurden, gelten somit als Energieausweis nach EnEV.





Gemeinde Liederbach am Taunus
Villebon-Platz 9-11 | 65835 Liederbach am Taunus | Tel.: 069 30098-0 | info@liederbach-taunus.de
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